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> Abschied Woll

Abschied Woll 2011

Otmar Woll ist gestern als Leiter der ERS Saarwellingen mit ihren fast 300 Schülern in den Ruhestand verabschiedet worden.
Es war ein Abschied mit musikalischen Überraschungen für einen alten Schulmann.
 
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Otmar Woll, 64, ist ein Lehrer, ein Schulleiter, den die Sorgen und Talente der kleinen Menschen berühren, denen die Tonleiter des Lebens beizubringen 40 Jahre sein Beruf war. Tonleiter deswegen, weil Woll alles irgendwie musikalisch erleben kann. Seine Verabschiedung als Leiter der ERS Saarwellingen gestern konnte darum auch nicht anders als musikalisch ausfallen. Woll, ein Sohn eines Bergmanns, kommt aus dem Musik-Dorf Hülzweiler, er spielt selbst Piano und leitete Chöre.
 
Was ihn in den 40 Jahren mit seinen Schülern am meisten berührte, waren Situationen, "in denen ich keine Chance sah, einem Kind zu helfen. Nicht, was die Noten angeht, sondern was das Persönliche betrifft. Machtlos sein, das war das Schlimmste." Er hat es erlebt, sagt er, "immer öfter, weil sich die Gesellschaft gewaltig verändert hat, vor allem das häusliche Umfeld, das es in der Qualität, wie es einmal war, nicht mehr gibt. Das macht mir sehr Sorgen." Gegen solches Scheitern von Kindern, bedingt durch ihr Umfeld, gebe es noch zu wenig "Hilfsmechanismen" wie Schoolworker. Und die Ganztagsschule ist für Woll längst "ein gesellschaftliches Muss". Immerhin, an seiner Schule wird ab kommendem Schuljahr eine Ganztagsklasse eingerichtet.
 
Überraschungsgast Steffi Braun, Sängerin bei Aldente, ehemalige Woll-Schülerin, riss bei der Verabschiedung das Publikum hin - auch als ihre glasklare Stimme in Tränen erstickte. "Tränen einer ehemaligen Schülerin, damit ist eigentlich alles gesagt", fasste Landrätin Monika Bachmann den emotionalen Moment.
 
Und noch ein Überraschungsgast: Musik-Professor Robert Leonardy sprang für eine Stunde aus seinen Musikfestspielen Saar heraus und gab ein Mini-Konzert, das Publikum, Schüler zumeist, heutige und frühere, vibrierte im Applaus. Leonardy, einer der musikalischen Lehrer Wolls: "Ich habe Respekt vor so viel Engagement, vor der Basisarbeit in Chor und Schule. Ich habe keinen Moment gezögert zu kommen."
 
Respekt, das Wort fiel öfter gestern Morgen. Wolls Stellvertreter Werner Braun unterstrich, nie ein böses Wort von Woll gehört zu haben, und dass Woll "fast respektvoll" mit den Schülerinnen und Schülern umgegangen sei. Was die ihm auch zurückgegeben hätten. Gemessen am Schwung, mit dem sich die Schulband ("Dein Herz für Kinder") verabschiedete, stimmte das. Ein Schüler, Tim Schulz, formulierte den Respekt als Schulaufsatz zum Thema Abschied: "Abschied nehmen von jemandem, der es unter anderem mir ermöglicht hat, diese Schule zu besuchen und der mir nur Gutes wollte. Auch wenn es nicht immer leicht mit mir ist. Jemand, der hilft, wenn was schief geht und nicht nur motzt. Jemand, der geholfen hat so viele junge Menschen zum Abschluss zu führen und jemand, den man mag, sagt jetzt "Tschüss".
 
Von SZ-Redakteur Johannes Werres
 
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