Saarwellingen. Der Keller des Rathauses in Saarwellingen ist ein altehrwürdiges Gewölbe, weiße Wände,
grauer Bodenbelag, ein bisschen muffig. Jetzt kommt Farbe ins Spiel. Wer jetzt vom Hof der Rathauses
die Stufen in den Keller herabgestiegen ist, betritt einen mit Konzept und Raffinesse gestalteten Raum.
Farbige Abwechslung
Schüler der Klassenstufe zehn der Erweiterten Realschule (ERS) Saarwellingen gestalten den Flur des Kellers neu.
Die Grundfarben Gelb, Rot und Blau wechseln einander ab. Besonders effektvoll ist der neue Anstrich an den
unterschiedlichen dicken Versorgungsleitungen und an quaderförmigen Podesten nahe der Tür.
Die Wände bleiben weiß, die hässlich-braune Garderobe wurde auch weiß gestrichen. Und auf eine Wand wird
eine Scheinarchitektur gemalt. Mit einem Diaprojektor wird das Foto einer aufsteigenden Treppe projiziert,
danach entsteht das Wandbild, welches dem Raum eine ungewöhnliche Tiefenwirkung gibt.
Außerdem bringen die Schüler Scherben von zum Teil grau und blau gefärbten Spiegeln an den Wänden an. Dadurch
erzielen sie ebenfalls neue räumliche Effekte. Für Besucher von Jazzabenden, philosophischen Gesprächen oder
anderen Veranstaltungen bedeutet das, dass sie sich künftig beim Verlassen des Rathauskellers vielfach gebrochen
im Spiegel sehen können.
Die Gemeinde bezahlt Farbe und Kleber, das Spiegelglas hat die Firma Zech aus Fraulautern gestiftet.
Die Kunsterzieherin Dorothee Augustin hat die Aktion als Projektwoche für ihre Wahlpflichtgruppe Bildende Kunst
angemeldet. Sie berichtet, dass die Gruppe sich bereits vor den Ferien ein Konzept für die Raumgestaltung überlegt hatte.
Daher machen einige Schüler mit, die nicht zu der Wahlpflichtgruppe gehören, sofern es ihr übriger
Unterricht zulässt.
Zu den sechs, die eine Woche im Keller beschäftigt sind, gehört Sandra Britz. "Ich habe die Tür gestrichen und Spiegel
angebracht", erzählt sie. Patrick Wolf ist überzeugt, dass mit der neuen Gestaltung der Raum "warm und angenehmer" wird,
vor allem wegen der Farben.
Alles viel freundlicher
"Ich habe in meinem Zimmer ein helles Gelb, das wirkt freundlich, auch wenn die Sonne nicht scheint",
berichtet er. Sebastian Britz findet besonders gelungen, dass die Spiegelstücke das Licht und die Farben reflektieren.
Caroline Biewer betont, dass der Raum nicht groß sei und deshalb die Spiegel und Farben so gut wirkten.
Die Lehrerin Augustin fügt hinzu, man habe aber auch darauf geachtet, dass nicht zu viel Farbe hineinkommt,
weil das den kleinen Raum überladen würde.
Die jungen Leute haben einiges gelernt, das sie in Zukunft auch für ihr eigenes Zuhause anwenden wollen.
Außerdem könnte der eigenen Schule ein neuer Anstrich auch nicht schaden, finden sie.
aus der Saarbrücker Zeitung vom 10. Oktober 2005
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