Erstaunt, überrascht, distanziert, stumm, verblüfft, ungläubig, gespannt - so oder so ähnlich lassen sich
die ersten Eindrücke von den 7 Schülerinnen und Schülern der Erweiterten Realschule Saarwellingen bezeichnen,
die mit ihrer Kunsterzieherin Dorothee Augustin zum Test-Termin in die Zentrale der Sparda-Bank nach Saarbrücken
gekommen waren. Im abgedunkelten Arbeitsraum - vor Großbild und Computer-Beamer - versuchte Museumspädagoge
Wolfgang Birk vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien den Mädchen und Jungen als Entrée ins Thema „Moderne Kunst"
einen kurzen und intensiven Einblick in die Welt des modernen Bildes oder der modernen Skulptur zu geben.
Auguste Rodins Torso („Schreitender"), Constantin Brancusis endlose Säule, Piet Modrians „Kuss" und
Brancusis „Kuss"-Adaption gaben den jungen Leuten bereits den ersten Eindruck der neuen ästhetischen Welt,
in der man sich befinden kann, wenn man sich mit moderner Skulptur befasst. Mondrian, Tatin, Pollock, Albers
und Klein mit ihren Bildern signalisierten sodann nicht nur farbliche, abstrakte für die Schüler absolut neue Strukturen,
sondern - und dies eben mit kompetenter Hilfe und Einfühlung Wolfgang Birks - eine Ahnung von sozialen und sogar
sozialpolitischen Signalhinweisen, die von Seiten der Künstler und deren Werken ausgehen können, wenn man sie
zu verstehen gelernt hat. Und dieses Verstehen-Lemen ist Sinn und Zweck der neuen Veranstaltungsreihe.
Im Anschluss an die erste „Vorlesung" ging es sodann in den Kunstraum zu den einzelnen Werken, die seit
einiger Zeit von den Sparda-Bank - beraten durch Prof. Jo Enzweiler - erworben wurden, um sie nunmehr mit einer
pädagogisch innovativen Aktion als Kooperation zwischen Kultusministerium und Bank der nächsten Generation
näher zu bringen. Im Frage-Antwort-Spiel befassten sich die Schüler in Kleinstgruppen mit verschiedenen Skulpturen,
um sie anhand der zuvor gehörten Beurteilungssysteme zu analysieren und zu „begreifen", im wahrsten Sinn mit Händen
zu fühlen. Der Kunstraum-Test war sicherlich für die 10-er Schüler ERS Saarwellingen einerseits ein attraktiver
Kunst-Termin, andererseits waren die Test-Schüler durch die anwesenden Presseleute und die Fernsehkameras in Muße
und vielleicht doch etwas aus der nötigen Ruhe gebracht, die man braucht, wenn man sich dieser Kunst in dieser Weise
zum ersten Mal annähert.
In einer offiziellen Pressekonferenz eröffneten Sparda-Vorstand Ilmar Schichtel und Kultusminister Jürgen Schreier
die Zusammenarbeit und betonten die vordringliche Attraktion des Angebots, das allen Schulen ab sofort zur Verfügung steht:
Die Klassenleiter bzw. die Kunsterzieher haben die Möglichkeit, einen ihrer 4-jährlichen Wandertage als Kulturwandertag
zu nominieren und sich in einen Termin bei der Sparda-Bank einzubuchen. Mit einem kleinen Faltblatt, das gegenwärtig
über das Kultusministerium in allen saarländischen Schulen verteilt wird, können sich Lehrer und Schüler über diese Aktion
informieren, die in den nächsten Jahren 10 Kunstraumbesuchstermine pro Jahr beinhaltet. Morgens Besuch des Kunstraums
der Sparda-Bank mit intensivem interaktivem Kennenlernen der Exponate im Kunstraum, mittags nach dem Essen Spaziergang
durch Saarbrücken hinüber zur Modernen Galerie mit kunstpraktischen Workshops. Führung und kunstpädagogische Betreuung
durch Wolfgang Birk vom LPM.
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