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ERS Saarwellingen erhält Auszeichnung "Schule ohne Rassismus"



Die Vierte ist es im Landkreis Saarlouis, die 18. im Saarland. Als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" wurde die ERS Saarwellingen am Donnerstag feierlich in der schuleigenen Aula ausgezeichnet.
 
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Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing
 
Saarwellingen. "Ihr seid mit Eurem Engagement ein Vorbild für andere Schülerinnen und Schüler" steht in der Urkunde aus Berlin. Dazu gab es ein großes Schild mit dem Schriftzug "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auf schwarzen und weißen Feldern. Im feierlichen Rahmen wurde die ERS Saarwellingen am Donnerstag als Schule ohne Rassismus ausgezeichnet. Musik und ein nachdenklich machender Sketch über Gerüchte umrahmten die Ehrung in der schuleigenen Aula. Wie man zu einer solchen Auszeichnung kommt, schilderte Referendar Manuel Jacob. Vor allem Schüler der 9.1 hätten es im vergangenen Schuljahr intensiv vorangebracht. Sie seien in andere Klassen gegangen, um über die alltäglichen fremdenfeindlichen Tendenzen zu informieren. Projekte über Rechtsextremismus folgten, schließlich unterschrieben mehr als 70 Prozent der Schüler sowie Lehrer und Eltern eine Selbstverpflichtung. Darin erklärten sie sich bereit, gegen Rassismus einzuschreiten.
 
Dort waren allerdings nicht nur die Saarwellinger Schüler aufgerufen mitzumachen, sondern auch die Jugendlichen von der Johannes-Gutenberg-Schule und der Schule am Eisenbahnschacht in Schwalbach. Bis zu 300 Schüler sind von Mittwoch bis Freitag durch den Parcours geschleust worden. Und wie Otmar Woll, Leiter der ERS Saarwellingen, beobachten konnte, seien die Schüler mit großer Aufmerksamkeit bei der Sache. Da gab es das Spiel „Drunk-Buster“. Dort durften die Schüler mit Hilfe einer Spezialbrille testen, wie es ist, mit bis zu 1,5 Promille einen Hindernisparcours zu bewältigen. Ein anderes Spiel zielte darauf ab, welche Getränke den höchsten Alkoholwert haben, oder beim „Tor der Entscheidung“ ging es darum herauszufinden, ob die bei Jugendlichen beliebten Alcopops süchtig machen.
 
Dann fehlte nur noch ein Pate für die "Schule ohne Rassismus". Bei der ERS Saarwellingen wurden es letztlich zwei, Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi und der ehemalige saarländische Ministerpräsident Reinhard Klimmt. Die Folgen von Rassismus und falschen Ideologien sollten wir uns "immer wieder vor Augen führen", mahnte Klimmt. Es bräuchte "Achtung und Respekt vor dem Anderen". Klimmt verwies beispielsweise auf maßgebliche Einflüsse aus Afrika, ohne die unsere Kultur ärmer wäre.
Toleranz zu stärken, "das traue ich dieser Schule zu", sagte Landrätin Monika Bachmann.
 
Stefan Körner, Staatssekretär für Bildung, sieht ein Übel in alltäglichem Mobbing, in Diskriminierung, Hass und Gewalt. Eine Schule ohne Rassismus sei deshalb "ein Beitrag zur Demokratie". Das "Staffelholz weiterzugeben", daran erinnerte Burkhard Jellonek, Leiter der Landeszentrale für Politische Bildung. "Meine Klasse übernimmt das Projekt", versicherte der Schüler Johannes Dräger stellvertretend für die 10a. Weitere Aktionen seien bereits geplant.

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