Für Reinhold Weis, 65, hören die Ferien nie mehr auf. Der Leiter der Erweiterten Realschule Saarwellingen
ist nach 44 Dienstjahren am Donnerstag feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Verhalten kritisch,
leicht philosophisch und mit Nachdruck dankbar hat sich Reinhold Weis von Kollegen und Schülern verabschiedet.
Er deutete im Rückblick auf 59 Jahre Schule dieselbe mit Shakespeares Worten (über das Theater) als:
,,Schauplatz des gesamten menschlichen Treibens und Irrens“..
Die erste Klasse vom Weis (1961) in der katholischen Volksschule hatte 57 Jungen, sieben oder acht Jahre jünger
als ihr Lehrer. Weis rechnete vor: „Er begegnete 300 Kollegen, und in den letzten 45 Jahren gab es im Schnitt
alle fünf Jahre eine Schulreform. Tatsache ist, dass sich die Gesellschaft schneller entwickelt als die Schule.
Klar ist, dass die Schule keine Oase der Ruhe war und nie werden wird. Schule wird immer unvollkommen sein, wie
ja in der Welt nichts vollkommen ist, am wenigsten wir selbst“, sagte Weis.
Man müsse vorleben, was man von den Kindern erwarte. ,,Ich kann sagen, dass ich einen schönen Beruf hatte.
Ich bin und ich war immer stolz auf diese Schule. Dennoch wächst der Anteil der Schüler, die uns vor Probleme stellen.“
Der Schüler Sven Arweiler hatte die Feierstunde mit einem klasse Schlagzeug-Solo eröffnet. Ottmar Woll,
bisher Stellvertreter, nun designierter Nachfolger, verwies auf die 21 Jahre von Weis in Saarwellingen,
würdigte die ,,kollegiale Zusammenarbeit“ und brachte am Flügel ein anspruchsvolles Ständchen mit Debussy.
Die Schülerin Barbara Becker spielte schwierige Stücke von Mozart und Beethoven auf der Querflöte.
Der Chor der 6er Klassen unter Leitung von Hans-Martin Rupp sang. Besonders gut kam der Lehrerchor an.
Christina Rosner nahm als Else Buttermann mit einem komödiantischen Beitrag den scheidenden Schulleiter in Beschlag.
Hochoffiziell wurde es, als ihm Regierungsschulrat Walter Sammel die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand überreichte.
Sammel skizzierte den Berufsweg von Weis mit den Stationen Saarlouis, Dillingen und Saarwellingen.
Der Kreisabgeordnete Andreas Kiepsch hob besonders die Verdienste von Weis bei der Einrichtung der landesweit
ersten Offenen Ganztagsschule (2001) hervor.
Bürgermeister Michael Philippi lobte das Engagement von Weis für die Aufwertung der Saarwellinger Faasend mit der
Beteiligung der Schüler. Elternsprecher Ralf Obertreis dankte Weis für sein ,,offenes Ohr“, hoffend,
,,dass er dem Förderkreis als zahlendes Mitglied erhalten bleibt“. Udo Kaiser vom Verband Deutscher Realschullehrer
würdigte Weis als einen ,,der alten Garde“. Weis bedankte sich für die schöne Feier und stellte seine Anmeldung
zum Lehrerchor in Aussicht.

Artikel aus der SZ (Autor Gerhard Alt)
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